Grundlagen der KI
und deren Anwendung
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1. Was ist „KI“?
Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Verfahren, mit denen Computersysteme Aufgaben erledigen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern – z. B. Wahrnehmen, Verstehen, Entscheiden oder Lernen.
- Ziel: Muster erkennen und daraus Entscheidungen/Empfehlungen ableiten.
- Wichtig: KI ist kein „magisches Bewusstsein“, sondern Mathematik + Daten + Software.
- Von Regeln zu Lernen: Statt alles zu programmieren, lernt ein Modell aus Beispielen.
Merksatz
KI-Systeme verallgemeinern aus Daten: Sie finden Zusammenhänge, die dann auf neue Fälle angewendet werden.
Spamfilter lernt aus markierten E‑Mails.
Qualität hängt stark von Daten & Zieldefinition ab.
2. Grundbegriffe: Daten, Modell, Training
Viele KI-Anwendungen basieren auf Machine Learning (ML): Ein Modell wird mit Daten trainiert, um für neue Eingaben eine Vorhersage zu machen.
- Daten: Beispiele (Text, Bilder, Sensorwerte, Tabellen) + ggf. Labels.
- Features: Messwerte/Eigenschaften, die das Modell „sieht“ (bei modernen Netzen oft automatisch gelernt).
- Training: Optimierung: Fehler minimieren → Modellparameter anpassen.
- Inference: Anwendung des trainierten Modells auf neue Daten.
Mini-Check
Wenn sich Datenverteilung oder Anforderungen ändern, kann ein Modell schlechter werden („Drift“). Dann braucht es Monitoring, Nachtraining oder neue Daten.
Zu stark an Trainingsdaten angepasst → schlechte Generalisierung.
Separater Datensatz zum Prüfen der Modellgüte.
3. ML vs. Deep Learning vs. Generative KI
Begriffe werden oft vermischt. Hier ist ein praktisches Raster, um Ansätze zu unterscheiden.
- Machine Learning (ML): Breite Sammlung statistischer Lernverfahren (z. B. Regression, Bäume, SVM).
- Deep Learning (DL): Teilbereich von ML mit neuronalen Netzen (mehrschichtige Modelle), gut für Bild, Sprache, Text.
- Generative KI: Modelle, die neue Inhalte erzeugen (Text, Bilder, Code), häufig basierend auf großen Netzen.
Wann was?
Klassisches ML ist oft effizient und gut erklärbar bei strukturierten Daten. Deep Learning lohnt sich, wenn komplexe Muster vorhanden sind oder unstrukturierte Daten dominieren.
Tabellen, Kennzahlen → häufig ML-Modelle.
Text/Bild/Audio → oft DL/Transformer.
4. Vom Use Case zur Lösung
Gute KI-Projekte starten nicht mit dem Modell, sondern mit einem klaren Problem, messbaren Zielen und einem durchdachten Datenprozess.
- Problemdefinition: Was soll besser/schneller/sicherer werden? Wer nutzt das Ergebnis?
- Erfolgskriterien: Metriken (z. B. Genauigkeit, Fehlerkosten, Bearbeitungszeit, Zufriedenheit).
- Datenpipeline: Sammeln → Bereinigen → Versionieren → Trainieren → Testen → Ausrollen.
- Risiken: Datenschutz, Bias, Fehlentscheidungen, Robustheit.
Praxis-Tipp
Starte mit einem „Minimum Viable Model“ (MVM): kleines Modell + klare Metrik + schneller Feedback‑Loop. Danach iterieren (Daten, Features, Modell).
Qualität, Latenz, Drift & Fehlerraten im Betrieb beobachten.
Kritische Entscheidungen mit menschlicher Freigabe absichern.
5. Anwendungsfelder & Leitplanken
KI ist besonders stark bei wiederkehrenden Aufgaben, großen Datenmengen und Situationen, in denen Muster schwer manuell zu erkennen sind.
- Text: Zusammenfassungen, Suche, Klassifikation, Assistenzsysteme, Chatbots.
- Bild/Video: Qualitätsprüfung, Objekterkennung, medizinische Bildanalyse.
- Prozesse: Prognosen, Anomalie-Erkennung, intelligente Automatisierung.
- Wissensarbeit: Entwürfe, Ideengenerierung, Code‑Unterstützung (mit Review!).
Ethik & Sicherheit
KI kann Fehler machen und überzeugend „falsch“ klingen. Setze Grenzen: Daten schützen, Ergebnisse prüfen, Transparenz schaffen, Verantwortlichkeiten klären.
Minimierung, Zweckbindung, sichere Verarbeitung, ggf. On‑Prem/Private Modelle.
Repräsentative Daten, Tests, Dokumentation, kontinuierliche Audits.
Nächster Schritt: Wähle einen konkreten Use Case und formuliere Ziel, Metrik und Testdaten – erst dann entscheidest du über Modell und Technologie.